Trainee around the world: Verenas Einsatz in Abu Dhabi.

22.7.2026
Fassadenkonstruktionen, Building Information Modelling (BIM) & das Großprojekt “Sea La Vie” in Abu Dhabi fassen Verenas Traineeprogramm fachlich gut zusammen. Aber auch persönlich hat sie aus ihrem Auslandseinsatz einiges mitgenommen – wertvolle Kontakte, wichtige Eigenschaften und das alles mit einem internationalen Team, mit dem sie auch die Freizeit erlebnisreich gestalten konnte. Verena berichtet im Interview über Besonderheiten bei den Projekten, Teamkultur und persönliche Highlights.
Trainee Verena auf dem Burj Khalifa Verena Wiedemann
Verena Wiedemann

Warum hast du dich für das Traineeprogramm bei ZÜBLIN entschieden?

Mein Weg in den Fassadenbereich begann bereits 2018 mit einer Ausbildung zur technischen Systemplanerin in der Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik. Durch mein großes Interesse an Fassadenkonstruktionen sowie an der Digitalisierung der Baubranche landete ich während meines Bauingenieurstudiums im BIM-Team der Zentralen Technik (ZT)-Fassade. In dieser Zeit hat sich für mich bestätigt, dass ich nach dem Studium gerne bei der ZT-Fassade im Bereich BIM-Entwicklung einsteigen möchte.
Als genau für diesen Zeitraum ein Traineeprogramm ausgeschrieben wurde, habe ich darin die ideale Möglichkeit gesehen, mein Fachwissen weiter auszubauen und gleichzeitig verschiedene Tätigkeitsfelder kennenzulernen. Besonders reizvoll fand ich die Chance, meine Interessen rund um die Themen Fassade und BIM aus unterschiedlichen Perspektiven zu vertiefen und mich fachlich sowie persönlich weiterzuentwickeln.

  • Ich bin sehr dankbar für die vielen Kontakte, die ich knüpfen durfte, sowie für die zahlreichen beruflichen und persönlichen Erfahrungen, die ich während meines Traineeprogramms sammeln konnte.

    Verena
    Ehemalige Trainee

Was hat dich bei deinem Traineeprogramm besonders geprägt?

Trainee Verena in Arbeitssicherheitskleidung Verena Wiedemann

Besonders geprägt haben mich definitiv die Baustelleneinsätze. Dort stand ich in engem Austausch mit vielen verschiedenen Beteiligten – von Nachunternehmern über interne Planungsbeteiligte bis hin zu Bauleiter:innen. Die Baustelle ist ein sehr dynamisches Umfeld, geprägt von engen Abstimmungen, spontanen Klärungen und teilweise auch herausfordernden Terminen. Gerade diese Situationen haben mich gelehrt, Verantwortung zu übernehmen, flexibel zu handeln und auch unter Druck den Überblick zu behalten.
Gleichzeitig habe ich erlebt, wie wichtig der Zusammenhalt im Team ist. Neben den anspruchsvollen Aspekten der Bauleitung kamen auch die positiven Momente nicht zu kurz: gemeinsame Mittagspausen, viele lustige Situationen im Arbeitsalltag und verschiedene Afterwork-Aktivitäten haben den Teamgeist gestärkt und die Zusammenarbeit besonders gemacht.
Insgesamt hat all das dazu beigetragen, dass ich über mich selbst hinauswachsen konnte. 

  • Das Traineeprogramm hat mich nicht nur fachlich weitergebracht, sondern auch persönlich geprägt und in meiner Entwicklung gestärkt.

    Verena
    Ehemalige Trainee

Wie war dein Traineeprogramm aufgebaut?
 
Nach mehreren internen Stationen in verschiedenen Bereichen sammelte ich beim Projekt „EDGE Friedrichspark“ in Berlin erste Baustellen-Erfahrungen. Neben klassischen Aufgaben wie Rechnungsprüfung und Nachunternehmerbetreuung war ich dort insbesondere für die Umsetzung von BIM in Form von Bauteiltracking zuständig. Weitere Einblicke erhielt ich im Bereich Connected Services – fokussiert auf nachhaltiges Bauen und BIM-Management – sowie im Zentralen Einkauf und im Projektsupport der Technischen Dienste.
Das Highlight meines Traineeprogrammes war die Möglichkeit eines Baustelleneinsatzes in Nahost. Von August bis Oktober 2025 durfte ich das Projekt „Sea La Vie” auf Yas Island in Abu Dhabi unterstützen – ein Premium-Wohnungsbau direkt am Wasser und bei der berühmten Formel‑1‑Rennstrecke Yas Marina Circuit.

Blick auf die Baustelle Sea la vie in Abu Dhabi Verena Wiedemann

Inwiefern unterschieden sich deine eigentlichen Traineetätigkeiten von denen im Auslandseinsatz?

Während meiner Stationen in Deutschland lag mein Schwerpunkt vor allem auf der Unterstützung der jeweiligen Fachbereiche. Der direkte Kontakt zum Projektgeschehen auf der Baustelle oder zu den ausführenden Nachunternehmern war dabei eher begrenzt.
Im Auslandsbaustelleneinsatz hingegen hat sich mein Aufgabenbereich deutlich erweitert. Ich konnte wesentlich selbstständiger arbeiten und übernahm die Verantwortung für einen Fassadentyp, den ich eigenständig koordinieren und steuern musste. Dadurch war ich viel stärker in die Projektabwicklung eingebunden und musste Entscheidungen auch mal eigenverantwortlich treffen. Außerdem standen im Ausland deutlich mehr koordinative Tätigkeiten im Vordergrund. Ich fungierte als Bindeglied zwischen verschiedenen Projektbeteiligten und war an zahlreichen Abstimmungs- und Klärungsprozessen beteiligt. Dazu gehörten aber auch übergeordnete Themen wie die Erstellung von Kostenprognosen oder Bauteiltrackern.

  • Insgesamt war der Auslandseinsatz von Praxisnähe und Verantwortung geprägt. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, die Zusammenhänge eines Großprojekts aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und meine fachlichen sowie organisatorischen Fähigkeiten weiter auszubauen.

    Verena
    Ehemalige Trainee

Was waren die Besonderheiten bei dem Projekt “Sea La Vie”?
 
Neben den fachlichen Anforderungen stellten auch die Rahmenbedingungen vor Ort eine besondere Herausforderung dar: Auf der Baustelle arbeiteten ca. 1.600 Menschen aus rund 25 Nationen zusammen. Kommuniziert wurde überwiegend auf Englisch, ergänzt durch arabische Einflüsse. Zudem erreichten die Temperaturen zu Beginn meines Einsatzes bis zu 50°C, sodass der Baustellenbetrieb bis Mitte September hauptsächlich nachts stattfand.

Welcher Eindruck aus deiner Zeit in Adu Dhabi ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die offene und hilfsbereite Art der Kolleg:innen vor Ort. Das Team war sehr international aufgestellt – Menschen unterschiedlichster Nationen haben gemeinsam an einem Projekt gearbeitet und dabei alle an einem Strang gezogen. Von Anfang an wurde ich herzlich aufgenommen, in Aufgaben eingebunden und bei Fragen oder Herausforderungen jederzeit unterstützt.
Beeindruckt hat mich außerdem die gelebte Zusammenarbeit innerhalb des Teams und die klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben. Trotz unterschiedlicher Meinungen oder fachlicher Diskussionen während der Arbeit herrschte nach Feierabend stets eine freundschaftliche und wertschätzende Atmosphäre. Es war selbstverständlich, gemeinsam Sport zu treiben, sich zu treffen oder die Freizeit miteinander zu verbringen.

  • Diese professionelle und zugleich persönliche Teamkultur ist einer der Eindrücke, die ich bis heute mit meiner Zeit in Abu Dhabi verbinde.

    Verena
    Ehemalige Trainee

Was waren deine Highlights abseits der Baustelle?

Auch abseits der Arbeit blieb Zeit, die Region kennenzulernen – die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi, den Burj Khalifa in Dubai, „Old Dubai“ mit seinen traditionellen Märkten oder die Berglandschaften an der Ostküste per Roadtrip. Besonders unvergesslich war eine Übernachtung in der Wüste mit Blick auf den Sternenhimmel, umgeben von Sanddünen und Kamelen.

Was machst du aktuell und wie geht’s für dich weiter?

Seit Januar 2026 bin ich bei der ZT-Fassade im Bereich BIM-Entwicklung tätig. In meiner aktuellen Rolle beschäftige ich mich vor allem mit der Modell- und Familienerstellung für die Elementfassade eines Planungsprojekts und arbeite dabei eng mit unserem Planungsteam zusammen. Darüber hinaus bin ich die Ansprechperson für das Thema Digitalisierung in der ZT-Fassade. Neben dem IT-Support für meine Kolleg:innen bin ich auch Citizen Developer und kümmere mich um die Umsetzung verschiedener Automatisierungsideen.
Für die Zukunft möchte ich meine Kenntnisse im Bereich BIM und Digitalisierung weiter vertiefen. Dabei freue ich mich darauf, neue Technologien einzusetzen, Prozesse weiterzuentwickeln und innovative Lösungen für zukünftige Projekte zu schaffen.
 
Was bedeutet ‚Work On Progress‘ für dich?

„Work On Progress“ bedeutet für mich, nicht nur die eigene fachliche und persönliche Weiterentwicklung voranzutreiben, sondern auch aktiv zur Entwicklung meines Bereichs beizutragen. Gleichzeitig gehört dazu auch, Herausforderungen anzunehmen und aus ihnen zu lernen. Fortschritt zeigt sich nicht nur in einfachen und erfolgreichen Phasen, sondern vor allem dann, wenn man schwierige Situationen meistert und gestärkt mit neu gewonnenen Perspektiven aus ihnen hervorgeht.

  • Für mich steht ‚Work On Progress‘ dafür, offen für Neues zu bleiben, Veränderungen anzunehmen und den Mut zu haben, bestehende Prozesse immer wieder zu hinterfragen und zu verbessern.

    Verena
    Ehemalige Trainee

Danke liebe Verena für das Interview und viel Erfolg weiterhin – persönlich wie beruflich!