Ein Berufsleben mit Holz, Handwerk und ganz viel Herz.

23.4.2026
Schon früh entdeckte Thomas seine Begeisterung für das Arbeiten mit Holz – ein Funke, der ihn bis heute begleitet. Aus seiner Ausbildung zu DDR‑Zeiten führte ihn sein Weg zu ZÜBLIN, wo er knapp fünf Jahrzehnte Projekte miterlebte und -prägte. Wie sich die Arbeit auf der Baustelle im Laufe der Zeit verändert hat und was Thomas jungen Kolleg:innen mit auf den Weg geben möchte? Die Antworten gibt's im Interview.
Drei Kollegen im Büro, einer hält ein einen Bilderrahmen mit einer Collage in der Hand Susanne Fritsche / ZÜBLIN
Susanne Fritsche / ZÜBLIN

Was hat dich damals dazu bewegt, eine Ausbildung als Zimmerer zu beginnen – und wie hat dein Weg dich zu ZÜBLIN geführt?

Meine Begeisterung für Holz hatte ich schon als Kind. Eigentlich wollte ich immer Tischler werden, doch zu DDR‑Zeiten war eine Tischlerausbildung in meiner Region nicht möglich. Deshalb begann ich eine Ausbildung zum Zimmermann – und das war rückblickend genau die richtige Entscheidung.

Ich habe beim Ingenieur Tief- und Verkehrsbaukombinat (ITVK) gelernt, insgesamt drei Jahre lang. Die ITVK bestand früher aus neun Betriebsteilen wie Brückenbau, Tunnelbau oder Mechanisierung und hatte rund 200 Mitarbeitende. Zur Wendezeit 1990/91 wurde die ITVK schließlich von ZÜBLIN übernommen. Dadurch wechselte ich automatisch ins Unternehmen. 
 
Welche Stationen und Rollen haben dich in deiner Karriere besonders geprägt?

  • Ich war in ganz unterschiedlichen Bereichen unterwegs. Der Brückenbau hat mich dabei immer besonders fasziniert.

    Thomas
    ehemals Vorarbeiter bei ZÜBLIN

Prägend war für mich vor allem die jahrzehntelange Arbeit sowohl in der Werkstatt als auch auf vielen ZÜBLIN-Baustellen. Viele Großbaustellen habe ich in Chemnitz, Leipzig, Dresden und Zwickau betreut. Auch die Entwicklung unserer Bauhöfe habe ich hautnah erlebt: Vom Standort Chemnitz Südring bis zur späteren Integration in STRABAG BMTI. Ein besonderes Erlebnis war auch ein sechswöchiger Einsatz im Bauhof in Stuttgart-Zuffenhausen.

Wenn du auf deine ersten Jahre im Berufsleben zurückblickst: Wie hat sich die Arbeit auf der Baustelle seitdem verändert?

Früher war Handarbeit an der Tagesordnung: Handnageln, schwere Geräte, die Arbeit war sehr körperlich. Nach der Wende kam die Modernisierung: Plötzlich gab es Hilfsmittel wie z. B. Akkuschrauber, Druckluftnagler und viele neue Maschinen.

Auch die Material- und Werkzeugbeschaffung wurde deutlich einfacher und umfangreicher, alte Werkzeuge wurden nach und nach ersetzt. Besonders im Straßenbau hat sich viel getan durch moderne Fertiger.

Im Westen war vieles schon vor der Wende modernisiert. Diese Geräte und Technologien kamen bei uns im Osten erst nach und nach zum Einsatz. Die Entwicklung habe ich über die Jahre sehr intensiv miterlebt.
 
An welche Projekte denkst du besonders gerne zurück? 

Mitarbeiter schaut sich alte Fotos an Susanne Fritsche / ZÜBLIN

Das Chemnitzer Wasserwerk mit seiner Holzkonstruktion gehört definitiv dazu. Das Röhrsdorf Center in Chemnitz beeindruckt mich auch heute noch wegen seiner gigantischen Dimensionen.

Besonders gerne denke ich auch an die großen Industrieprojekte bei VW in Zwickau und Chemnitz sowie an meine Einsätze bei Porsche Leipzig, für die wir unter anderem Schalungen geliefert haben. Zu den eindrücklichsten Infrastrukturprojekten zählen für mich der City-Tunnel in Leipzig und die Kläranlage Glauchau.

In Dresden habe ich an der Altmarkt-Galerie, dem Stadtforum und dem Hotel am Neumarkt mitgewirkt – prägende Projekte im städtischen Hochbau. Außerdem erinnere ich mich gerne an verschiedene Wohnungsbauvorhaben in Leipzig und diverse Wohnbauten in Chemnitz, die mich über viele Jahre begleitet haben.

  • Einige Projekte begleiten mich bis heute in Gedanken.

    Thomas
    ehemals Vorarbeiter bei ZÜBLIN

Was war die größte Herausforderung in deiner Laufbahn? Wie bist du damit umgegangen?

Besonders große Projekte mit ihren komplexen Dimensionen waren herausfordernd. Zudem musste ich mich immer wieder auf neue Technik, neue Abläufe und Weiterentwicklungen einstellen.

Herausfordernd waren zeitweise auch Personalentscheidungen. Projekte wurden mit weniger eigenem Personal geplant, in der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass diese Lösung nicht tragfähig war. Dabei wurde erneut deutlich, wie wichtig unsere Kolleg:innen sind: Sie stehen für hohe Qualität und sind für den Projekterfolg unverzichtbar.
 
Was würdest du jungen Kolleg:innen mit auf den Weg geben, die heute bei uns starten?

Selfie zweier ZÜBLIN-Mitarbeitenden im Büro mit Bauhelmen Susanne Fritsche / ZÜBLIN

ZÜBLIN bietet sehr viele Chancen und gute Entwicklungsmöglichkeiten. Gerade unsere Auszubildenden erhalten eine wirklich gute Ausstattung – von Werkzeug über Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bis hin zu Rucksack und Trinkflasche. Große Firmen wie ZÜBLIN bieten Sicherheit, moderne Ausstattung und eingespielte Prozesse.

Außerdem wird Wertschätzung großgeschrieben: Sommerfeste, Feiern – auch wir Rentner:innen werden eingeladen. ZÜBLIN steht für eine besondere Qualität und einen starken Teamzusammenhalt – und das spürt man!

Wie hast du den Übergang in deinen neuen Lebensabschnitt erlebt und wie gestaltest du deine neu gewonnene Freizeit?

Der Übergang in die Rente lief viel besser, als ich vorher dachte. Ich hatte Sorge, dass mir etwas fehlen könnte – aber das trat nicht ein. Der Alltag danach war sehr entspannt.

Ich bin verheiratet, habe zwei Töchter und Enkelkinder – die natürlich viel Zeit bekommen. Meine große Leidenschaft ist außerdem die Schäferhundezucht. Ich lege sehr viel Wert auf Qualität. Auf unserem großen Grundstück habe ich dafür die besten Voraussetzungen. Außerdem bin ich aktiv im Hundeverein: Ich trainiere dort, unterstütze im Vereinsheim und helfe bei Reparaturen oder Veranstaltungen. Und ein kleines Hobby am Rande: Ich sammle Zollstöcke – inzwischen sind es über 500 Stück.

  • Was ich sehr schön finde: Der Kontakt zu ZÜBLIN ist geblieben. Ich tausche mich weiter mit ehemaligen Kolleg:innen aus, wir besuchen uns gegenseitig und bleiben verbunden.

    Thomas
    ehemals Vorarbeiter bei ZÜBLIN

Was wünschst du dir für die kommenden Jahre – für dich und vielleicht auch für ZÜBLIN?

Für mich und meine Familie wünsche ich mir vor allem Gesundheit. Wir planen einen Ostseeurlaub im Sommer 2026 mit den Enkeln. Und vielleicht erfüllen wir uns 2027 einen Traum: eine Rundreise durch England – inklusive der Rosamunde-Pilcher-Schlösser.

Für ZÜBLIN wünsche ich mir eine gute Auftragslage, weiterhin einen starken Ruf, eine erfolgreiche Nachwuchsgewinnung und weiterhin einen so tollen Teamzusammenhalt. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Treffen und Feiern mit meinen ehemaligen Kolleg:innen.

Danke, Thomas, für die interessanten Einblicke in deinen Karriereweg! Wir wünschen dir und deiner Familie alles Gute. Genieß deinen wohlverdienten Ruhestand!