Von Hamburg nach Ho Chi Minh: Myriams Jobrotation in Vietnam.

Mit internationaler Erfahrung die Zukunft der Baubranche mitgestalten

Myriam, wie bist du zu ZÜBLIN gekommen und wie verlief dein bisheriger Karriereweg?
Mein Weg ins Bauwesen begann 2012 mit einem dualen Studium im Bauingenieurwesen an der TH Köln – kombiniert mit einer handwerklichen Ausbildung zur Maurerin. 2015 schloss ich die Ausbildung als Maurer-Gesellin ab. 2017 folgte der Bachelor of Engineering und 2019 der Masterabschluss.
Seit Mitte 2020 bin ich Teil des Technischen Büros der Zentralen Technik in Hamburg – zunächst als Projektingenieurin im Ingenieur- und Verkehrswegebau. In dieser Zeit konnte ich in zahlreichen Projekten wertvolle Erfahrungen sammeln, insbesondere in verschiedenen Leistungsphasen wie der Vorplanung, Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie der Ausführungsplanung.
Was machst du als Projektingenieurin in der Zentralen Technik?
Meine Aufgaben sind so vielfältig wie die Projekte selbst: Von der Planung von Baugruben über Stahlschutzgerüste bis hin zu komplexen Hochbauten ist alles dabei. Dabei begleite ich Projekte durch verschiedene Leistungsphasen – das sind die Schritte, die ein Bauvorhaben von der ersten Idee bis zur Umsetzung durchläuft.
Welches Projekt ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Mein aktuelles Projekt ist definitiv mein persönliches Highlight: Gemeinsam mit einem großartigen Team arbeite ich an der Planung eines Hochsicherheitsbereichs für die Edelmetallverarbeitung. Die Anforderungen sind außergewöhnlich und komplex – genau das macht die Arbeit so spannend. Statt Standardlösungen sind hier kreative Ansätze gefragt, denn dieser Industriebau besteht aus mehr Spezial- als Regelbereichen. Immer wieder stoßen wir auf neue Herausforderungen, die besonderes technisches Feingefühl und viel Teamgeist erfordern – und genau das begeistert mich jeden Tag aufs Neue.
Wie kam es zu deiner Jobrotation nach Vietnam?
Ich hatte schon länger den Wunsch, internationale Erfahrungen zu sammeln. Ende 2023 ergab sich dann die Möglichkeit, für vier Wochen das vietnamesische Team in Ho Chi Minh City kennenzulernen – und ich habe sofort zugesagt. Vor Ort habe ich die Kolleg:innen bei der Erstellung von Bewehrungsplänen für mein damaliges Projekt unterstützt. Die direkte Zusammenarbeit war unglaublich wertvoll: Wir konnten uns direkt austauschen, ohne Zeitverschiebung oder Kommunikationshürden.
Dabei habe ich viel über die Arbeitsstrukturen im vietnamesischen Büro gelernt – etwa wie dort Hierarchien funktionieren, wie kommuniziert wird und worauf wir in der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Vietnam besonders achten sollten. Diese Einblicke haben mein Verständnis für internationale Projekte und interkulturelle Zusammenarbeit enorm erweitert.
Was waren die größten Unterschiede und Herausforderungen für dich?
Die kulturellen Unterschiede waren deutlich spürbar – von der Kommunikation bis zur Arbeitsweise. In Vietnam ist es wichtig, klar und einfach zu kommunizieren, dabei aber Emotionen außen vor zu lassen. Das war für mich eine spannende Herausforderung, denn wir stehen auf der Culture Map von Erin Meyer an sehr unterschiedlichen Punkten. Aber genau darin liegt auch die Chance: Wir können voneinander lernen und gemeinsam eine funktionierende interkulturelle Kommunikation entwickeln.
Auch die Arbeitsumgebung war neu für mich – ein Großraumbüro mit 40 Kolleg:innen erfordert Konzentration und Flexibilität. Und dann ist da noch der Zeitunterschied: Mit nur bis zu drei Stunden Überschneidung der Kernzeit ist es entscheidend, Aufgaben gut zu priorisieren und Feedback respektvoll und indirekt zu formulieren – so wie es in Vietnam bevorzugt wird.
Würdest du eine Jobrotation weiterempfehlen?
Unbedingt! Die Zeit in Ho Chi Minh City war für mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich eine große Bereicherung. Ich habe gelernt, andere Kulturen besser zu verstehen und meine Kommunikation sowie Arbeitsweise entsprechend weiterzuentwickeln. Daher kann ich nur raten: Nutzt diese großartige Chance, wenn ihr sie bekommt!
Vielen Dank für das spannende Interview und viel Erfolg auf deinem weiteren Weg, liebe Myriam!
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